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Dienstag, 04 Oktober 2022

Werner Bacher zum 60sten

Werner Bacher zum 60sten Werner Bacher zum 60sten

(tho) „Im Mittelpunkt stehen ist ja eigentlich nicht so mein Ding“, sagt Werner Bacher, der sich lange überlegte, ob er an seinem 60. Geburtstag die Flucht in den Urlaub antreten soll. Letztendlich ging der langjährige Funktionär der Sindelfinger Tischtennisabteilung doch in den Feiermodus über und bereute es nicht, sich von zahlreichen Verwandten und Tischtennis-Freunden einige Stunden lang hochleben zu lassen. Statt Geschenken überließ der Jubilar eine Geldsumme dem Projekt „Helfen statt Hamstern“. Der Bürgerinitiative, von der Werner Bacher – auch aus eigener Erfahrung – restlos überzeugt ist. „Da weiß man, dass das Geld eins zu eins an der notwendigen Stelle ankommt.“

Mensch, wie doch die Zeit vergeht! So arg lang ist es doch noch nicht her, als Werner Bacher als kleiner Bub im heimischen Rutesheim den Anweisungen des dortigen Tischtennis-Jugendleiters Gerhard Schubert folgte. „Zeitweise haben wir sogar in der Scheune trainiert“, erinnert sich Bacher, der damals recht schnell zu den Besseren im Bezirk zählte. Was auch den Sindelfinger Ballkünstlern nicht verborgen blieb, die damaligen Macher lotsten ihn prompt zum VfL. „Horst Loop und Hermann Czöppan haben mich immer in Rutesheim zum Training abgeholt, so etwas ist heute auch nicht mehr denkbar“, sagt er.

„Vieles wäre in meinem Leben wohl anders verlaufen, wenn ich nicht nach Sindelfingen gewechselt wäre.“ Und damit meint er primär nicht seinen sportlichen Werdegang, der ihn vor allem in Jugendzeiten zu einigen Bezirksmeistertiteln führte. Vielmehr lernte er beim VfL Elke Bacher (ehemals Michel) kennen, mit der er im zarten Alter von siebzehn Jahren zusammenkam – und mittlerweile seit fast 36 Jahren verheiratet ist. Nicht nur sie beide, auch ihre drei Kinder verschrieben sich in enormem Maße dem schnellen Sport mit dem kleinen Ball, waren teilweise auf überregionaler Ebene erfolgreich. „Wir begleiteten unsere Kinder zu unzähligen Turnieren und Wettkämpfen, das war damals eine sehr schöne Zeit“, schwelgt Werner Bacher in Erinnerungen.

Er selbst spielte einige Jahre in der Männer-Landesliga, hat seit einigen Jahren aber den Schläger beiseitegelegt. Recht früh brachte er sich im Ehrenamt ein. Seit dreißig Jahren, also sein halbes Leben lang, zeigt sich Werner Bacher für die Finanzen in der Tischtennisabteilung verantwortlich. „Einen besseren Kassierer kann man nicht haben, das ist genau sein Ding“, meint Carsten Seeger. Dabei spielt der Abteilungsleiter vornehmlich auf Bachers Akribie an. „In all den Jahren konnte man sich immer hundertprozentig auf Werner verlassen“, so Seeger weiter. Sein Engagement im Verein allein auf die Geldangelegenheiten zu reduzieren, würde derweil der Person nicht gerecht werden. Bei zahlreichen Großveranstaltungen wie beispielsweise dem Munzer-Cup mit sechshundert Zuschauern in der Sommerhofenhalle oder bei Bundesranglistenturnieren wirkte Bacher federführend und mit großer Leidenschaft mit, war sozusagen der organisatorische Fels in der Brandung. Wurde es bei anderen Mitstreitern im Verein mal etwas chaotisch, versuchte Bacher im Hintergrund die entsprechenden Strukturen zu schaffen, damit das Projekt zu einem Erfolg wurde. „Entweder richtig oder gar nicht, das ist seine Devise“, sagt Carsten Seeger über seinen kongenialen Vorstandskollegen.

Wobei das Wort Kollege in diesem Fall nicht passend ist. „Vielmehr ist es eine langjährige Freundschaft, die uns verbindet“, sagt Carsten Seeger, „da muss man nicht immer einer Meinung sein. Werner kann auch mal auf den Tisch hauen.“ Und Werner Bacher fügt an: „Wir ergänzen und vertrauen uns außerordentlich gut.“ Letztendlich haben die beiden auch viele gemeinsame Erlebnisse in drei Jahrzehnten zusammengeschweißt. Ob Skiausfahrten oder Skat-Wochenenden, die privaten Fotoalben zeugen von zig launigen Vereinsaktivitäten.

Doch es gilt zudem, den Blick in die Zukunft zu richten. „Im Verein gibt es zukünftig noch genug zu tun“, sagt Werner Bacher. So wolle er sich dafür einsetzen, dass die finanziellen Mittel verstärkt dort platziert werden, wo sie dringend benötigt werden. „Im Leistungsbereich steht der VfL so gut da wie selten zuvor“, stellt Bacher fest. Vielmehr gelte es, verlorenes Terrain im Nachwuchsbereich wettzumachen. „Wir haben in den Coronajahren fast die Hälfte unserer Jugendlichen verloren.“ Auch sei es ihm ein Anliegen, junge Leute im Verein für das Ehrenamt zu gewinnen. „Mit Mareike Spiess und Wolfgang Bradfisch haben wir zurzeit zwei besonders engagierte Mitglieder.“ Solche Leute kann es in Vereinen nicht genug geben. Leute, die wie Werner Bacher noch das Vereinsblut in den Adern haben.