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Porträt Mareike Spieß

(tho) Wenn nicht gerade das leidige Coronavirus das Ausüben des Sports ausbremst, dann herrscht bei Tischtennisturnieren oder Heimspieltagen ein reges Treiben in den Sporthallen der Region. Im Jugendbereich sind dann nicht nur die jungen Talente, sondern auch die Übungsleiter und Betreuer an der Spielfeldumrandung gefragt, wenn es darum geht, ihren Schützlingen mit fachmännischen Tipps zum Sieg zu verhelfen. Eine, die aus diesen Veranstaltungen kaum wegzudenken ist, ist Sindelfingens Jugendleiterin Mareike Spieß.

Etwas leichtfertig hat die Nachwuchsspielerin aus dem Mädchen-Landesligateam einen Ball verschlagen – Punkt und zugleich Satz gehen an den Gegner. Für Trainerin Mareike Spieß kein Anlass, in Panik zu verfallen. Die 22-jährige nutzt die einminütige Beratungsphase und wirkt auf einfühlsame Art und Weise auf das VfL-Talent ein. „Du musst näher am Tisch stehen“ oder „Versuche nicht sofort auf den schnellen Punktgewinn aus zu sein“ – solche und ähnliche Ratschläge erteilt Mareike Spieß. „Es macht mir einfach Spaß, zu sehen, wie sich die Kinder im Laufe der Zeit weiterentwickeln. Auch wenn man nicht jedes Spiel gewinnen kann, gemeinsam sportliche Erfolge zu feiern ist so ziemlich der größte Lohn, den man bekommen kann“, antwortet sie auf die Frage nach den Gründen für ihr tatkräftiges Engagement im Verein.

Ihre Tätigkeiten nur auf die Betreuung von Spielerinnen und Spielern zu reduzieren, wird der Rolle der Jugendleiterin nicht gerecht. „Mareike ist enorm wertvoll für uns, ohne sie wäre in unserer Jugend Land unter“, schwärmt Abteilungsleiter Carsten Seeger und gibt weitere Einblicke in deren aktuellen Tätigkeitsbereich. „Sie organisiert den Spielbetrieb für all unsere Jugendteams, klärt dabei den Hallendienst bei Heimspielen, teilt die Fahrer zu den Auswärtsspielen ein und bearbeitet Spielverlegungen. Situationen, bei denen mir schon oftmals der Kragen geplatzt wäre, meistert sie mit einer Engelsgeduld.“ Und neben dem Wettkampfsport steht Mareike Spieß an so manchen Trainingsabenden parat. „Ich organisiere das Jugendtraining unter der Woche und bin selbst als Trainerin freitags in der Halle. In den Semesterferien auch dienstags“, sagt die gebürtige Böblingerin, die derzeit in Schwenningen Medizintechnik studiert.

Vor einem guten Jahrzehnt kam Mareike Spieß zum Tischtennissport. „Ich habe im Urlaub mit meiner Familie gerne gespielt und wollte es dann einfach mal im Verein ausprobieren“, erinnert sie sich. Da die Sommerhofenhalle nur wenige Gehminuten vom elterlichen Zuhause entfernt ist, schnupperte der Youngster einfach mal rein. Und aus dem Schnuppern wurde schnell mehr. „Meinen ersten Trainerschein habe ich im Juni 2013 gemacht, unsere damalige Jugendleiterin Myrna Frosch hat die Initiative ergriffen und einige von uns zur D-Trainerausbildung geschickt.“ Erst als Co-Trainerin aktiv, übernahm Mareike Spieß vor fünf Jahren die Trainingsleitung. „Zu dieser Zeit habe ich dann auch die C-Lizenz erworben und war erst als Jugendsprecherin Teil des Abteilungsvorstands, ab 2018 dann als Jugendleiterin“, schildert die 22-jährige ihren Ehrenamtswerdegang. „Die Zusammenarbeit mit den anderen Funktionären läuft richtig gut“, zollt Mareike Spieß den VfL-Kollegen ein Lob, „wenn mal an Trainingstagen oder bei Turnieren Not am Mann ist, springen auch mal andere ein. Auch unser neuer Jugendsprecher Jonas Scardanzan wird mehr und mehr in die Arbeit mit einbezogen.“

In Reihen des Vorstands sieht man die Jugendarbeit beim VfL auf einem guten Weg. Was sich unter anderem durch die Medaillenausbeute bei den Bezirksmeisterschaften im Oktober bestätigte. „Mit sieben Medaillen, darunter vier Mal Gold, haben wir da ein tolles Ergebnis abgeliefert“, bekräftigt Mareike Spieß, „mit drei Trainingsabenden pro Woche sind wir sehr gut aufgestellt und können die Kinder optimal fördern. Auch der Übergang zu den Erwachsenenteams funktioniert super und durch die unterschiedlichen Spielklassen im Aktivenbereich ermöglichen wir viele Einstiegsmöglichkeiten und Chancen zur Weiterentwicklung.“

Nicht genug im Bereich der Jugendarbeit, erweist sich Mareike Spieß auch in anderen Bereichen als große Stütze im Verein. „Als wir uns 2020 eine neue Trikotkollektion anschafften, übernahm Mareike die gesamte Verwaltung. Für manch andere ist das eine eher unbeliebte Aufgabe“, sagt Carsten Seeger. Zudem wirkte Mareike Spieß bei der Homepagegestaltung mit. Und steht – last but not least – selbst in der vierten Damenmannschaft in der Landesklasse am Tisch. „Dabei ist sich nicht zu schade, auch mal in oberen Mannschaften auszuhelfen, auch wenn die Erfolgsaussichten da nicht immer gegeben sind“, sagt Seeger.

Wieviel Stunden Mareike Spieß dem Tischtennissport widmet, lässt sich nach eigenem Bekunden schwerlich einschätzen. „Während der Saison bin ich eigentlich täglich mit irgendwelchen Aufgaben beschäftigt“, sagt sie, „und in Coronazeiten ist viel Kommunikation mit den Jugendlichen und den Eltern gefragt.“ In dieser Hinsicht hofft Mareike Spieß bald wieder auf eine Rückkehr zur Normalität. „Aktuell schreibe ich meine Bachelorarbeit. Danach muss ich sehen, wie mein weiterer Weg aussieht. Auch wenn ich über den zukünftigen Umfang meiner Tätigkeiten noch nichts Genaues sagen kann, würde ich gerne weiterhin im Verein tätig sein.“ Carsten Seeger und seine Vorstandskollegen hören dies sicherlich gerne.