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Donnerstag, 22 Oktober 2020

Interview mit Damentrainer Oliver Appelt

(tho) Mit zwei teilnehmenden Mannschaften in der Tischtennis-Regionalliga steht Sindelfingens Damentrainer Oliver Appelt mit seinen Spielerinnen vor einer herausfordernden Saison, die ihren Auftakt mit dem vereinseigenen Derby am 19. September findet. Während der vom Corona-Virus weiterhin stark beeinflussten Vorbereitungsphase hatte Thomas Holzapfel die Gelegenheit, mit dem langjährigen VfL-Trainer ein Gespräch zu führen.

Thomas Holzapfel: Die erste Mannschaft kommt von oben aus der dritten Bundesliga, die zweite Mannschaft nahm als Oberliga-Vizemeister ihr Aufstiegsrecht wahr, nun treffen sich beide Sindelfinger Damenteams in der Regionalliga. Dementsprechend dürften sich auch die Saisonziele der Mannschaften deutlich unterscheiden?

Oliver Appelt: Das ist richtig. Unsere erste Mannschaft würde natürlich gerne den Abstieg vergessen machen und wieder in die dritte Liga zurückkehren, das wird aber alles andere als einfach. Wir müssen schauen, wie sich die Personalsituation bis September entwickelt. Hinter unserer Nummer eins Eva Jurkova sind Jasmin Lorenz-Kovacs, Eva Rentschler und Melanie Rheinbay aufgeführt, die jedoch nicht alle Spiele bestreiten werden. Vor allem bei Jasmin muss man mal abwarten. Nach der Geburt ihres Sohnes brennt sie jetzt schon wieder auf die neue Saison, aber es wird sicherlich noch eine Weile dauern, bis sie wieder an ihre frühere Form anknüpfen kann. Die Liga selbst kommt mir im Vergleich zum Vorjahr stärker vor, in Bestaufstellung ist der TTC Weinheim II klarer Favorit auf den Titel. Angesichts unseres Auftaktprogramms gegen starke Gegner wird sich recht schnell zeigen, wo in dieser Saison der Hase langläuft.

Thomas Holzapfel: Und wie stellt sich die Situation in der zweiten Mannschaft dar?

Oliver Appelt: Das Team hat sich nach der fulminanten Vorsaison in der Oberliga mit dem Erreichen des zweiten Platzes einstimmig dafür ausgesprochen, den Aufstieg wahrzunehmen. Nun zählt natürlich einzig und allein der Klassenerhalt, was sich zu einem schwierigen Unterfangen entwickeln dürfte. Es werden wohl drei direkte Absteiger ermittelt und der Viertletzte muss in die Relegation, das wird alles andere als leicht. Unser Neuzugang Melanie Merk ist hier an Position eins aufgestellt, wobei unser neues Juwel mit Sicherheit auch in der ersten Mannschaft zum Einsatz kommen wird. Ihr zur Seite stehen in der zweiten Mannschaft Nathalie Richter, Natalie Bacher, Nadjana Schneider, Katharina Huber und Elisabeth Kronich.

Thomas Holzapfel: Welche Hoffnungen verbindet man mit der jungen Melanie Merk?

Oliver Appelt: Mit ihren dreizehn Jahren ist Melanie Merk enorm ehrgeizig, sie strebt zusammen mit ihrem Trainerteam den maximalen Erfolg an. Bei uns wird sie viele Regionalligaeinsätze bekommen, auch deswegen haben wir die Vorrundentermine beider Teams wieder so abgestimmt, dass es keine Parallelspiele gibt. Melanie gehört zur Spitzengruppe im deutschen Tischtennisnachwuchs, Anfang des Jahres belegte sie beim Bundesranglistenfinale der U 15-Mädchen den neunten Platz. Sie trainiert zuhause in Singen mit ihrem Privattrainer Roman Rosenberg und im Düsseldorfer Bundeskadertraining unter Schülerinnen-Bundestrainerin Lara Broich. Wir dürfen gespannt sein, wie sie den Sprung von der Badenliga in die Regionalliga meistern wird, sie wird sich mit Sicherheit weiterentwickeln.

Thomas Holzapfel: Wie stellt sich aktuell die Trainingssituation in Sindelfingen dar?

Oliver Appelt: Unser Haupttrainingstag ist der Freitag, da wird im Normalfall mit dem Großteil des Damenkaders trainiert. Natürlich immer unter Einhaltung der Auflagen, die uns der Verein und die Stadt vorgegeben haben. Aktuell muss man ja weiterhin vorsichtig sein, da die Infektionszahlen wieder steigen und sich immer wieder neue Hotspots auftun. In den letzten Wochen trainierte man etwas ins Leere hinein, da keine Wettkämpfe in Form von Turnieren oder Punktspielen anstanden. Generell wollen sich die Sportler natürlich untereinander messen. Die Ranglisten und Meisterschaften im Einzelsport sind ja noch auf Eis gelegt, ich hoffe, dass die Liga im September wie geplant stattfinden wird. Abwechslung hatten wir zuletzt mit einem Teil des Kaders, als wir auf Initiative von unserem Manager Bernd Petzsche einen Wochenendtrip nach Hamburg unternahmen, wo wir unter anderem unsere frühere Mitspielerin Jennifer Richter besuchten.

Thomas Holzapfel: Zuletzt meldeten wieder einige Vereine ihre Damenteams vom Spielbetrieb ab. Wie beurteilst du diese Situation?

Oliver Appelt: Es lässt sich nicht verleugnen, dass derzeit einiges im Damentischtennis wegbricht. Das Corona-Virus beeinflusst dies sicherlich auch negativ, aber generell ist der Trend schon seit längerer Zeit rückläufig. Woran das liegt, kann ich nicht sagen. Immer weniger Vereine stellen Damenteams und so kommt es, dass es zeitweise kuriose Spielerwechsel gibt, indem Spielerinnen weite Fahrten in Kauf nehmen, um ihre sportlichen Ziele an neuer Stätte zu verfolgen. Gerade junge Talente wandern ab, wenn ihr Verein nicht mehr in der Lage ist, zum Beispiel mit ausländischen Topakteuren das sportliche Niveau zu halten. Hier in Sindelfingen sind wir diesbezüglich noch recht gut aufgestellt, aber es gibt nicht mehr allzu viele Vereine im Verband, die auf einem ähnlichen Niveau agieren.