• Gratulation!!
    Damen 1 wird Meister in der Regionalliga SüdWest (es fehlen Meli und Eli)
  • Glückwunsch zum Aufstieg!
    Herren 4 gewinnt Kreisliga A Relegationsspiel in Rohrau
+++ Achtung: In den Pfingstferien findet kein Training statt! +++

Termine

13.07.2019 (Sa)
Inklusionstag
20.07.2019 (Sa)
Abteilungsausflug
12.10.2019 (Sa)
Bezirksmeisterschaften Jugend in Sifi
09.11.2019 (Sa)
Bezirksmeisterschaften Aktive in Schönaich
13.03.2020 (Fr)
Skifahren im Zillertal

Übersicht Spielbetrieb (click-TT)

Spieler gesucht!!

Die 2. Herren Manschaft ist auf der Suche nach neuen Spielern. Das Team spielt auch in der nächsten Saison in der Herren Landesklasse Gr. 6. Gerne könnt Ihr einfach zu uns ins Traning kommen oder per Mail Kontakt mit  lukas.coulon(..at..)tischtennis-sindelfingen.de aufnehmen.

Wir freuen uns auf Euch!

Sponsoren

Dienstag, 18 Juni 2019

Nathalie Richter - Freiwilligendienst in Ghana

 

(tho) Für ein Jahr lang haben sich die Prioritäten bei Nathalie Richter komplett verändert. Den Tischtennisschläger hat die 24-jährige seit August vergangenen Jahres erst einmal in der Tasche verstaut. Die Drittligaspielerin des VfL Sindelfingen absolviert momentan ein Freiwilligenjahr an einer Grundschule in Ghana – und erlebt dabei eine Zeit voller imposanter Eindrücke fernab des alltäglichem Umfelds und des europäischen Lebensstandards.

„Obroni“, immer wieder „Obroni“ – Nathalie Richter fällt in Ghana auf, wird deswegen von den Einheimischen, vor allem wegen der hellen Hautfarbe, fortwährend als „weiße Person“ bezeichnet. „Man fühlt sich fast wie eine kleine berühmte Persönlichkeit, wenn man an jeder Straßenecke mit diesem Wort bezeichnet wird“, sagt Nathalie Richter und gibt gerne zu, dass sie in manchen Momenten gar nicht unbedingt auffallen und lieber wie alle anderen behandelt werden möchte. Inzwischen hat sich dieser kleine Trubel um ihre Person in Winneba, einer Stadt mit gut 45000 Einwohnern im Süden des Landes gelegen, etwas gelegt, schließlich ist die Magstadterin bereits seit August vergangenen Jahres an einer dortigen Grundschule tätig und kennt inzwischen schon viele Leute.

Nathalie Richter hatte eigentlich schon nach dem bestandenen Abitur vor, eine gewisse Zeit im Ausland zu verbringen. „Ich hatte es jedoch nicht in die Tat umgesetzt und da ich bereits die Zusage für das Studium erhalten hatte, wurde das Ganze erst einmal auf Eis gelegt.“ Im letzten Jahr war dann der passende Zeitpunkt gekommen. Den Bachelor im Bereich Sportwissenschaften in der Tasche, informierte sich Nathalie Richter über die Möglichkeiten eines ausländischen Freiwilligendienstes. „Dass es letztendlich Ghana wurde, war eher ein Zufall. Über die Organisation KulturLife habe ich mich für ein Projekt in Ecuador beworben, war allerdings etwas zu spät dran, wodurch nur noch Plätze für Ghana und China zu vergeben waren. In diversen Vorbereitungsgesprächen hat mich das afrikanische Land dann aber total überzeugt“, erinnert sich Nathalie Richter, nach deren Meinung es Sinn macht, recht offen an die Länderauswahl heranzugehen. „Schließlich erlebt man überall sehr viel und sammelt sowohl positive wie auch negative Erfahrungen.“

Raus aus dem Alltagstrott, auf die gewohnten Standards verzichten und zugleich Gutes tun – mit diesen Zielen trat die 24-jährige Bundesligaspielerin die Reise ins ferne Afrika an, um für ein Jahr im Rahmen eines Freiwilligendienstes an einer Schule tätig zu sein. Vornehmlich besteht ihre Aufgabe darin, die Bildungsarbeit vor Ort als Assistenzlehrerin zu unterstützen. Morgens ist Nathalie Richter in einem Kindergarten beschäftigt und hilft den Vorschulkindern beim Schreiben und Rechnen. Den Rest des Tages verbringt sie in der dritten Klasse, unterrichtet dabei überwiegend Mathematik und Natural Science, dies alles in englischer Sprache. „Ich habe die Kinder hier schon richtig ins Herz geschlossen“, sagt Richter, die zuweilen mit den Erziehungsmethoden der Lehrer nicht einverstanden ist. „Aber ich bin nicht hier, um das Schulsystem zu ändern“, gibt sich die Sportlerin keinen Illusionen hin. Apropos Sport. „Leider bietet die hiesige Schule keinen Sportunterricht an. So versuche ich in der Pause mit den Kindern zu spielen und sie zum Sport zu motivieren“, sagt die junge Sportwissenschaftlerin, die plant, in den nächsten Schulferien ein Sportprogramm für die Jungen und Mädchen auf die Beine zu stellen. Ein weiteres Projekt ist eine Art Nachhilfeunterricht für die leistungsschwächeren Schüler der Klasse. „Das Ganze ist ein Geben und Nehmen. Auf der einen Seite möchte ich einen Einblick in eine völlig andere Kultur bekommen, aber auch einen Teil meiner Kultur den Menschen näherbringen, so dass ein beiderseitiges Verständnis zu Stande kommt.“

Nathalie Richter fühlt sich in der ghanaischen Studentenstadt sehr wohl. Zusammen mit einer Deutschen, die ebenfalls einen Freiwilligendienst absolviert, wohnt sie in einer Gastfamilie, in die sie sich so gut wie möglich zu integrieren versucht. Da wird beim Kochen geholfen oder es geht sonntags gemeinsam in die Kirche. Freundschaften mit anderen Freiwilligen und zahlreichen Einheimischen wurden geschlossen, letzteres benötigte allerdings eine gewisse Anlaufzeit. Nathalie Richter: „Man wird von vielen Leuten angesprochen, aber leider sind die meisten nicht an der Person selbst interessiert, sondern wollen einfach mit einem Obroni befreundet sein. Im Allgemeinen sind die Ghanaer ein sehr offenes und herzliches Volk, außerdem sehr hilfsbereit. Ich muss sagen, dass ich mich abends in Ghana wohler fühle als momentan in Deutschland.“

Neben den alltäglichen Aufgaben bei der Gastfamilie und in der Schule bleibt auch noch Zeit, um die Sehenswürdigkeiten des Landes zu erkunden. Beeindruckt war Nathalie Richter bislang von vielem: Da sind die riesengroßen Märkte, bei denen die Menschen ihre Ware auf dem Kopf transportieren. In größeren Städten kann man seine Einkäufe direkt vom Auto aus erledigen. Die Hauptstadt Accra im Süden ist sehr europäisch geprägt, der Norden des Landes ist viel traditioneller. Im Rahmen einer zweiwöchigen Rundreise wurde der Voltasee, der größte Stausee der Welt, mit der Fähre überquert. Im nördlichen Tamale stand eine Rikscha-Fahrt auf dem Programm, am Crocodile Pond an der Grenze zu Burkina Faso bestand die Gelegenheit, auf dem Rücken von Krokodilen zu sitzen. „Das war schon ein beeindruckendes Erlebnis, obwohl ich mir das vermutlich ein zweites Mal nicht getrauen würde“, schildert Nathalie Richter. Ein weiteres Highlight war die Besichtigung eines Schreins an einer mystischen Kultstätte, bei der sie mit einer Freundin nach Erklimmen eines kleinen Berges von einem einheimischen Priester empfangen wurde. Im Mole-Nationalpark wurden die Deutschen von einem Pavian überrascht, der auf den Frühstückstisch gesprungen war, um sich die Lebensmittel zu schnappen. Eine Jeep-Safaritour sowie eine Kanuflussfahrt rundeten die beeindruckende Reise durch das Land ab, später wurde bei 35 Grad Weihnachten im Kreise von Freunden gefeiert.

Auch wenn der Alltag in Deutschland, unter anderem der Tischtennissport, weit entfernt ist, so informiert sich Nathalie Richter doch regelmäßig über die Ergebnisse ihrer Sindelfinger Mannschaft. „Ich habe natürlich regelmäßig Kontakt zu meinen Teamkolleginnen. Auch wenn die Vorrunde auf Grund von Verletzungen nicht optimal verlief, so haben wir doch mit dem Abstiegskampf nichts mehr zu tun und werden unser Ziel, den Klassenerhalt, schaffen“, fiebert die 24-jährige noch mit. Richter ist sich ziemlich sicher, dass sie nach ihrer Rückkehr im Sommer wieder beim VfL einsteigen wird. „Ich habe auch schon gehört, dass sie mich ein wenig vermissen“, sagt Nathalie Richter augenzwinkernd. Sie weiß allerdings auch, dass einiges an Trainingsaufwand notwendig sein wird, um wieder in Drittligaform zu kommen. In Ghana besteht zwar am Campus der dortigen Universität die Möglichkeit, Tischtennis zu spielen, allerdings „ist das Trainieren in der Halle bei diesen hochsommerlichen Temperaturen nicht gerade ein großer Spaß.“    

Bis sie sich im August mit dem Rückflug in die Heimat beschäftigen kann, will Nathalie Richter die Zeit in Ghana weiter genießen. „Unabhängig vom Programm, ob Aupair, Freiwilligendienst oder Work and Travel, ich kann nur jedem Interessierten empfehlen, solch eine Erfahrung einmal zu machen. Für mich ist Ghana schon jetzt zu meiner zweiten Heimat